Testbericht – “Edelrid Zap-O-Mat”
Erster Eindruck
Der “Zap-O-Mat” erinnert auf den ersten Blick ein wenig an das “Smart” von Mammut. Trotz des großen Kunststoffhebels wirkt das Sicherungsgerät sehr robust und liegt auch entsprechend schwer in der Hand.
Ein paar Daten und Fakten
Der “Zap-O-Mat” von Edelrid ist ein halbautomatisches Sicherungsgerät auf Tuberbasis. Mit 158g ist er recht schwer – vergleichbar mit dem Grigri von der Firma Petzl. Das Sicherungsgerät ist für Seile zwischen 8,9mm und 10,5mm Durchmesser geeignet.
Sehr interessant ist dabei die Möglichkeit, den Blockierwiderstand mittels Federvorspannung einzustellen und so das Sicherungsgerät optimal an den Seildurchmesser, oder an schwerere Kletterpartner anzupassen.
Beim “Zap-O-Mat” wird der Karabiner zum verbinden mit dem Gurt nicht durch das Seil geführt und somit muss das Sicherungsgerät zum Seil einlegen nicht vom Gurt gelöst werden.
Der “Zap-O-Mat” im Einsatz
Nachdem der “Zap-O-Mat” an der Einbindeschlaufe vom Gurt hängt, entriegelt man ihn mit einem kleinen, seitlich angebrachten Knopf um das Seil in die Seilführung einzulegen. Dabei sind als Hilfe zwei kleine Symbole auf dem Gerät angebracht, welche uns zeigen, wie rum das Seil einzulegen ist. Auf dem schwarzen Metall sind diese jedoch meist nur schwer zu erkennen, so dass man wirklich schon sehr genau hinschauen muss.
Mit dem grünen Knopf am Ende des Hebels lässt sich jetzt noch der Blockierwiderstand einstellen. Schiebt man den Knopf in das Gerät hinein, steigt die Federvorspannung und das Gerät blockiert nicht ganz so schnell. So lässt sich dynamischer sichern und gerade bei dicken Seilen wird die gesamte Handhabung besser.
Sowohl beim sichern im Vorstieg als auch beim sichern im Toprope ist die Handhabung des “Zap-O-Mat” genau wie bei einem Tuber, so dass man sich nicht großartig umstellen muss. Beim Seil einholen ist es jedoch etwas nervig, dass man häufiger mal mit der Hand am Griff hängen bleibt.
Zum Ablassen muss man ganz einfach den Hebel nach unten ziehen und dafür sorgen, dass das Seil durch die seitliche Kunststoffführung läuft. Das lässt sich jedoch leider nur sehr umständlich realisieren, so dass das Seil oft über scharfe Kanten des Metallkörpers läuft. Außerdem ist teilweise ein recht hoher Kraftaufwand zum ablassen erforderlich. Der Karabineranschlag, welcher verhindern soll, dass man den Hebel zu weit nach unten zieht ist zwar gut gedacht, funktioniert aber leider nicht mit allen Karabinern und sobald sich der Karabiner im Anseilpunkt etwas veschiebt, ist die Funktion leider auch meist aufgehoben.
Obwohl der “Zap-O-Mat” für Seildurchmesser bis 10,5mm gedacht ist, ist die Handhabung mit neuen 10,2mm Hallenseilen schon recht umständlich. Mit dünneren Einfachseilen hingegen wird die Handhabung deutlich besser.
Fazit
Die Grundidee eines Halbautomaten auf Tuberbasis ist sehr gut und auch vielversprechend, leider ist die Umsetzung aber nicht so wie ich mir das gewünscht hätte. Der “Zap-O-Mat” ist das bisher erste Sicherungsgerät, für welches ich einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen musste.
Eigentlich sollten gerade Sicherungsgeräte selbsterklärend sein. Außerdem ist vor allem die Handhabung mit etwas dickeren Seilen und das Ablassen recht umständlich und dadurch hat man trotz Halbautomat keine Vorteile bei der Sicherheit, so dass ich bei meinen altbewährten Sicherungsgeräten Grigri und Tuber bleibe.




